Meine Geschichte mit der MS


Alles begann im April 2018. Ich bin mehrfach umgefallen. Einfach so. Es hat mir nichts weh getan. Mir fehlte dann plötzlich nur die Kraft. Ich konnte mich zwar jedes mal wieder aufstellen indem ich mich aufs Bett gedrückt habe und dann vom Bett aus aufgestanden bin. Aber ich wunderte mich.

Zum einen war es nicht normal, dass ich einfach so umgefallen bin. Das hatte ich bis dahin nicht. Zum Anderen merkte ich, dass die Kraft nachgelassen hatte. Und ich verstand es einfach nicht. Ich fragte mich was los ist.

Beim 5. Umfallen konnte ich mich dann nicht mal mehr aufs Bett drücken. Ich kroch dann ins Wohnzimmer und versuchte es dort auf dem Sessel. Aber auch das funktionierte nicht. Ich kroch wieder zum Bett, und versuchte es wieder. Doch es ging immer noch nicht. Mir fehlte einfach die Kraft. Und ich verstand es nach wie vor nicht.

Donnerstag Abend telefonierte ich wie so oft mit einer lieben Bekannten, Marion Ruthner, aus Süddeutschland. Als ich mit ihr telefonierte, saß ich bereits auf dem Boden. Jedoch erzählte ich ihr nichts davon. Ich sprach mit ihr wie immer. Ich sage mal rund 2 Stunden ging das Gespräch. Als wir es beendeten, kroch ich wieder ins Schlafzimmer. Ich warf mein Handy ins Bett. Denn ich wollte dann ins Bett gehen. Ich wollte dann also meinem Handy folgen. Versuchte wieder mich hochzudrücken. Aber es ging immer noch nicht. Wieder kroch ich ins Wohnzimmer und versuchte es auf dem Sessel. Auch diesmal erfolglos.

Ich hatte dann einfach keine Lust mehr und legte mich hin um zu schlafen. Zwar überlegte ich noch was es sein könnte. Doch ich wusste es nicht. Ich habe früher Kampfsport und Kraftsport gemacht. Und nun das. Nicht mehr fähig zum aufstehen. 
Ich schlief dann ein. Irgendwann wurde ich wieder wach. Weitere Versuche aufzustehen klappten nicht. irgendwann resignierte ich. Ich ich wusste, ohne Nahrung kann man einige Tage überleben. Doch ohne Wasser nur wenige Tage.

Ich weiß nicht mehr was mir da alles durch den Kopf ging. Jedenfalls lief es im Endeffekt auf Folgendes hinaus. Ich dachte mir, ich hatte weitgehend ein schönes und interessantes Leben. Habe viel erreicht. Viel gemacht. Aber nun war gut. Ich wollte dann nur noch einschlafen und nie wieder aufwachen.

Nun kann man natürlich sagen, warum ich keinen Lärm gemacht habe. Sicher wäre das möglich gewesen. So hätte ich zur Wohnungstür kriechen und dagegen hämmern können. Aber in dieser Situation dachte ich nicht daran. Denn wie später in der Reha festgestellt wurde, hatte sich auch noch eine Depression bei mir festgesetzt. Die Gründe dafür waren mir klar. Oma, Opa, Vater, Mutter, Onkel gestorben. Und der Rest lebt sein eigenes Leben. Dazu wurden die letzten 3 Firmen geschlossen, in denen ich gearbeitet habe. Erst das Hauptlager von Pelikan Hardcopy, wo ich im Versandbüro als Sachbearbeiter war, dazu stellv. Vorsitzender vom Betriebsrat und Auditor. Dann als Versandleiter bei einer Firma in der Nähe von Euskirchen. Anschließend wieder zurück in das alte Pelikan Gebäude als Versandleiter für eine chinesische Firma, die inzwischen das Gebäude gekauft hatte. Alle Unternehmen wurden geschlossen. Und das blieb ja offenbar auch nicht ohne Folgen bei mir.

Also war ich an dem Punkt wo ich mir dachte, es reicht. Ich habe sowieso niemanden mehr. Ich wollte dann wie gesagt nur noch einschlafen und nie wieder aufwachen, damit ich nichts merkte.

Das mit dem Einschlafen hat geklappt. Aber ich bin dann auch wieder wach geworden. Mehrere Male. Beim letzten mal weil die Polizei an meiner Wohnungstür war, klingelte und klopfte und nach mir rief. Ich konnte der Beamtin dann durch die geschlossene Tür sagen was los war. Die Polizei rief dann die Feuerwehr. Diese öffnete dann die Wohnungstür indem sie das Schoss aufbohrte. Nach wenigen Minuten standen dann 2 Sanitäter neben mir. Ich sprach mit ihnen und sagte ihnen was los war.

Interessant war auch, die Feuerwehr hat dann das Schloss ausgetauscht damit die Tür nachher wieder zu verschließen war, wärend die Sanitäter mit mir beschäftigt waren. Die Polizeibeamtinnen haben sich draußen auf dem Notbalkon solange aufgehalten, um die ganze Sache zu überwachen ohne im Weg zu stehen. Also alle Beteiligten haben sich sehr professionell verhalten. 

Auf zum Krankenhaus

Ich wurde dann auf eine Bahre gelegt und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Grund, warum die Polizei da war: Marion Ruthner, mit der ich Donnerstag Abend noch telefoniert hatte, wie erwähnt, hatte dann Freitag und Samstag versucht bei mir anzurufen. Ich hörte zwar Telefon und Handy. Aber ich konnte ja nicht ran gehen. Handy lag irgendwo im Bett und das Festnetztelefon stand in der Ladestation auf dem Schreibtisch. Und im Internet war ich auch nicht präsent so wie üblich. Also rief sie Samstag Abend bei der Polizei in Düren an, damit die mal nachsehen kamen was los war, weil sie befürchtete es wäre was passiert.

Es ist eine Tatsache, dass sie mir damit das Leben gerettet hat. Hätte sie nicht bei der Polizei in Düren angerufen weil sie mich vermisst hatte und nicht erreichen konnte, würde es mich heute nicht mehr geben.

In der folgenden Zeit war ich sehr nachdenklich. Angefangen im Krankenhaus. Ich war also meist sehr ruhig. Mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Zwar half ich meinem Bettnachbarn noch, als er seine Frau vermisste, und rief für ihn bei der Polizei in Düren um sie zu finden, da er selber dazu nicht in der Lage war. Aber ansonsten war ich sehr ruhig.

Ich war dreimal in der "Röhre" zum röntgen. Beim ersten mal wurde eine Entzündung am Rückenmark festgestellt. Beim zweiten mal hieß es, ich hätte beginnende MS. Da sagte ich noch zum Arzt, wie soll ich denn daran kommen? Das hat niemand in der Familie. Aber er meinte, das könne jeder bekommen.
Nach dem dritten mal in der Röhre hieß es dann, dass ein Nerv im Rücken entzündet war. Das war dann auch für mich nachvollziehbar, wenn ich daran dachte was passiert war.

Dazu kam, bei Blutuntersuchungen wurde festgestellt, dass mir viele Vitamine und Spurenelemente fehlten. Was dann wohl auch zu der Entzündung beigetragen hatte. Währe ich also mal sorgsamer mit meiner Ernährung gewesen...............
Aber ich hatte an sowas keinen Gedanken, weil ich aufgrund der erwähnten Ereignisse der letzten Jahre einfach "kaputt" war. Im Sinne von erschöpft.

Ich versuchte am Monatsanfang meine monatlichen Überweisungen zu machen. Denn ich hatte dummer Weise keine Daueraufträge eingerichtet sondern die Dinge jeden Monat per Onlinebanking überwiesen. Ich habe ja nie damit gerechnet, dass ich unvorbereitet längere Zeit weg sein würde. Ich rief also bei meiner Bank an und sagte, die sollten die Überweisungen, die sonst jeden Monat stattgefunden haben einfach noch mal ausführen. Der Mann meinte zu mir ich müsste ihm die Kontonummern und Empfänger geben. Dann könnte er das machen. Ich sagte, ich bin im Krankenhaus. Da habe ich doch keine Kontonummern dabei. Aber es ging nicht. Dann überlegte ich was ich machte und kam auf den Gedanken mir eine "Betreuerin" zuzulegen. Dies tat ich dann auch über den Sozialen Dienst vom Krankenhaus. Die Betreuerin kam mit einer Richterin zu mir, die Richterin sprach mit mir, und gab der Betreuerin die entsprechende Vollmacht, in meinem Namen Dinge regeln zu können.

Danach hatte ich den Gedanken, "Nun hab ich mit nix mehr was zu tun.". Grund dafür war wohl meine Depression.

Im Krankenhaus hatte ich einen Bettnachbar, der war 78 glaube ich. Irgendwann wurde er total nervös weil seine Frau nicht kam wie geplant an dem Sonntag. Die war sonst fast jeden Tag dort. Der Mann hatte vor Jahren einen Flugzeugabsturz und nun hatte er wieder einige Probleme, wie das eine Logopädin zu ihm kam und Sprach, und Schreibübungen mit ihm machte. Und nun war er total überfordert. Er wollte Schwiegermutter in Düren und Sohn in Italien anrufen, ob die was wissen. Aber er zitterte als er wählen wollte. Ich sagte, "Soll ich dir helfen?". Er war froh und gab mir sein Handy weil dort die Nummern eingespeichert waren. Aber ohne Erfolg. Schwiegermutter wusste nichts und war auch schon aufgeregt weil sich ihre Tochter nicht gemeldet hatte, und den Sohn konnte ich nicht erreichen. Der Mann war die ganze Zeit dran, "Was mach ich denn jetzt? Was mach ich jetzt?" Ich sag soll ich die Polizei anrufen? Damit die mal nachsehen bei dir zu Hause? Gesagt, getan. Der Polizist sagte mir, es sind eh schon Kollegen auf dem Weg zu uns. Weil ein Patient verschwunden ist und auf der Landstraße aufgegriffen wurde. Ich sagte ihm dann unsere Zimmernummer. Und er meinte, genau da kommen die Kollegen hin wegen dem Verschwundenen Patienten. Das kam mir dann komisch vor. Es ging um den dritten Mann bei uns im Zimmer. Der war immer recht ruhig und ich hab glaube ich nie mit dem geredet. Aber hatte er was mit der Frau zu tun? Ich habe auch nie mitbekommen das die was geredet haben. Die Polizei kam, brachten den Mann mit. Dann kam einer der Polizisten zu meinem Bettnachbarn und meinte, was los wäre. Der Mann war aber so daneben das er kaum einen vernünftigen Satz raus bekam. Ich sagte dem Polizisten dann was los war. Und der meinte ok, wir kümmern uns mal drum.
Später erfuhren wird, die frau wollte sich auf dem Speicher in deren Haus umbringen. Sie hatte irgendwas geschluckt. Der Notarzt hat 2 Stunden gebraucht um sie wiederzubeleben.

Aber sie wurde nicht durch mich gefunden sondern ein Nachbar dort hatte gemerkt, da stimmt was nicht, hatte sich dann mit seinem Sohn Zutritt zum Haus verschafft und da haben die die Frau auf dem Speicher gefunden. Hatte sich halt überschnitten.

Dieses Ereignis holte mich ein wenig aus meinem Trübsal raus. Ich hatte wieder das Gefühl, Dinge zu regeln.


Auf zur Reha

Nach 2 Wochen Krankenhaus kam ich von dort aus  in die Reha, in der Nähe von Euskirchen. Ich wusste nicht was da auf mich zukam. Ich hab es einfach mitgemacht. Als ich dort ankam konnte ich erst mal kaum gehen. Im Krankenhaus bin ich zwar mit einer Therapeutin über den Flur gegangen, aber nur mit so einem Gehwagen, wo ich mich drauf stützen konnte. Ansonsten lag ich ja nur im Bett.

In der Reha bekam ich dann einen Rollstuhl. Mit dem fuhr ich auch ständig dort rum, die ersten Wochen. Durch die Therapien wurde dann bewirkt, dass ich langsam wieder gehen konnte. Meine Blutwerte wurden auch langsam wieder gut, durch das Essen im Krankenhaus und in der Reha. Nach einigen Wochen war alles wieder im normalen Bereich.

Und ich regte mich über einige Dinge in dieser Klinik auf. So gab es dort einige "Stolperfallen" für Rollstuhlfahrer. Zum Beispiel Metallleisten an Türen. Fand ich unmöglich. Denn viele Patienten waren am Anfang ja auf den Rollstuhl angewiesen. TV gab es nur wenn man dafür zahlte. Wo gibt es das heute noch? Dabei hätte das Gucken von TV sicher auch zur Genesung beigetragen. 

Die Aufzüge dort waren eine Katastrophe. Zu klein. Und nur 2 Stück gab es dort für den öffentlichen "Betrieb". Die geringe Größe war natürlich sehr nachteilig für Rollstuhlfahrer. Meistens waren die Aufzüge am Tage voll. Da passte kein Rollstuhl mehr rein. Der Aufzug für die Angestellten war auch meist voll, weil damit auch Essen und andere Dinge transportiert wurden. Ich habe hier meist den "Fahrservice" genutzt. Das heißt, ich bin da mit den Angestellten runter zu den Therapien gefahren und wieder hoch. Denn es war unmöglich zeitig zu den Therapien zu kommen bei dieser Aufzugsituation.

Doch auch bei all dem Ärger konnte ich am Ende wieder gehen. Auch wenn nur am Rollator und nicht sehr weit. Aber es ging. Daher sind die Therapeuten dort sehr gut.

Zwischendurch kam mich noch eine liebe Bekannte besuchen. Es war Mone, die ich seit Anfang 2000 kannte und für die ich eine Zeit lang die Webseite gemacht hatte, für ihre Reitschule. 

Ich wollte dann auch mal mit einer Psychologin reden. Weil mir klar wurde, das mit mir was nicht in Ordnung ist. Ich saß oft nur rum und war antriebslos und dachte über mich und mein Leben nach. Sicher war es auch, weil ich einige Wochen vorher noch in der Wohnung lag und mit meinem Leben abgeschlossen hatte. Eben weil ich einfach nur einschlafen und nie wieder aufwachen wollte. Es war mir egal. Aber ich wollte doch wissen was mit mir war. 

Beim Gespräch mit einer Psychologin sagte sie nach 10 Minuten schon, "Sie haben eine Depression!". Also das war offenbar nicht schwer rauszuhören. Ich hatte es ja vorher schon geahnt. Aber nun wusste ich es sicher. Ist halt nicht verwunderlich bei dem was in den letzten Jahren passiert ist. Und das hatte nun fast zu meinem Tot beigetragen. 

Auf zur Kurzzeitpflege

Nach der Reha kam ich in eine Kurzzeitpflege in der Nähe von Düren. Es war so gedacht, dass in der Zeit bei mir in der Wohnung noch ein paar Änderungen vorgenommen werden sollte. Die von meiner Betreuerin in die Wege geleitet wurden. Durch einen gebrochenen Fuß bei ihr, dauerte es leider länger als gedacht. Ich war dann rund 3 Monate dort.

Am Anfang war ich in einem Einzelzimmer. Das war völlig in Ordnung. Ich hatte meine Privatsphäre. Habe zwar meine Zimmertür tagsüber meist offen gelassen, aber dann konnten die Schwestern ja auch jederzeit rein und raus. Wenn ich im Bad war habe ich die Türe zum Bad abgeschlossen. Das war alles ok so. Ich war also zufrieden. Ich konnte mich darauf konzentrieren, dass ich wieder fit wurde. ging zwar nicht komplett, aber ein wenig.

Nach rund einem Monat musste ich auf ein Doppelzimmer. Dort war mein Zimmernachbar ein 92jähriger Mann. Ich hatte zwar kein direktes Problem mit dem Mann. Auch wenn ich zwischendurch hörte, ich hätte angeblich gedroht ihn zu hauen wenn er weiter nervt. Aber das war totaler Schwachsinn. Der Mann hatte mit seinen 92 Jahren keine Chance, zumal ich früher auch Kampfsport gemacht habe. Also das war lächerlich. Daher hätte ich ihm nie was getan. Doch er nervte ohne Unterbrechung. Auch wenn er nicht dafür konnte. Er war schwerhörig und hörte daher auch nicht, wie er beim Gehen (am Rollator) mit den Füßen aufstampfte. Und wenn er auf Toilette ging, hat er meist die Türe offen gelassen. Als ich ihm die Türe dann einige Male zugedrückt habe, hatte er es meist auch gemacht wenn er ins Bad ging. Nur leider nicht immer.
Also alles in allem, es gab sehr viel nervige Dinge. Ich habe es gehasst. Und so konnte ich mich nicht nur auf mich konzentrieren, damit ich wieder fit wurde. So hat mich dieses Doppelzimmer regelrecht "zurück geworfen". Am Anfang in dem Einzelzimmer lief es besser.

Also ich war froh, als das Ende meiner Zeit dort kam. Dann meinte meine Betreuerin, ich sollte in die LVR Klinik gehen nach der Kurzzeitpflege, um meine Depression behandeln zu lassen. Jedoch habe ich dies abgelehnt. Denn ich wollte endlich wieder nach Hause. Ich war nun rund 5 Monate weg. Und mir reichte es. Hätte ich die ganzen 3 Monate in einem Einzelzimmer verbracht, wäre ich vielleicht noch in die LVR Klinik gegangen. Aber unter diesen Umständen war ich froh, wieder nach Hause zu kommen und meine Privatsphäre zu haben.

Zu Hause angekommen musste ich mich erst mal an die Umgebung wieder gewöhnen. Denn ich war 5 Monate von zu Hause weg und einige Dinge wurden entsorgt in meiner Abwesenheit, die mich auch an die "gute alte Zeit" und an die Zeit mit meinen Eltern erinnerten. Ich wusste also, was da weg kam. Ich hatte es meiner Betreuerin vorher gesagt. Zwar wurden auch einige Dinge entfernt die ich eigentlich noch brauchte, was ich absolut zum Kotzen fand. Diese Scheiß Firma kommt mir nicht mehr ins Haus. Aber nun gut, ist nicht mehr zu ändern. Ich war froh, dass manche Dinge weg waren. Den Rest werde ich nun nach und nach noch ausmisten, die ich selber durchsehen muss.

Jedenfalls merke ich, diese Tätigkeit tut mir gut. Zum einen bezüglich der Depression. Weil ich Dinge entsorgte, die mich an früher erinnerten. Und auch die körperliche Bewegung Daher bin ich davon überzeugt, die Zeit zu Hause tut mir viel besser als es die LVR Klinik könnte.

Im Oktober oder November war ich bei einem Neurologen. Ich fragte mich zwar, was ich dort sollte. Denn lt. Reha ist die Entzündung des Nervs nicht behandelbar. Ich kann also nur abwarten bis sie wieder weg ist.

Aber der Neurologe sagte mir etwas, was mir bewusst machte, dass ich doch MS habe. Auch wenn ich das bisher nie glauben wollte. Ich hatte den Nerv entzündet und die Entzündung kam durch den Vitaminmangel. Und dies ist zurück zu führen darauf, dass ich mich in den letzten Jahren alles andere als ausgewogen ernährt habe. War wohl auch aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten Jahren, die Todesfälle in der Familie, die Verluste meiner Arbeitsplätze weil die Unternehmen geschlossen wurden, und dann auch weil ich die Vorsorgevollmacht für meine Mutter hatte und alles für sie geregelt hatte, vom Krankenhaus bis zum Altersheim.

Der Neurologe machte mir aber nun bewusst, dass diese Entzündung nur eine Folge der MS ist. Er fragte mich, was ich habe. Ich sagte nen Nerv entzündet. Er fragte sie die Krankheit heißt. Ich wusste nix dazuzusagen weil ein entzündeter Nerve eben ein entzündeter Nerv ist. Er meinte dann, ich habe MS, und dieser entzündete Nerv ist nur eine Folge davon. Ich war zwar dann immer noch nicht davon überzeugt, dass ich MS habe. Aber es würde einiges erklären, was ich in den letzten Jahren gemerkt habe. Zum Beispiel meine Körpersteifigkeit.

Langsam habe ich mich damit abgefunden, dass es MS ist. Auch wenn ich das am Anfang nicht glauben wollte. Denn ich weiß ja, das ist nicht heilbar. Man kann es nur verbessern. Damit die Auswirkung nicht so schlimm wird.

Aber ich sage mir auch immer, es ist kein Krebs oder eine andere schlimme Sache. Die MS sorgt "nur" dafür, dass ich mich nicht mehr so bewegen kann wie es früher mal war. Also die "gute alte Zeit" ist vorbei. Da ich nun eh in der Nachspielzeit meines Lebens bin, muss ich das Beste draus machen.

2019

Folgen der MS. Ich bin 2019 wieder einige  male in der Wohnung umgefallen. Und wusste nicht warum. In der Notaufnahme im Krankenhaus wurde ich mit Schmerzmittel voll gepumpt. Richtung Abend konnte ich dann wieder nach Hause. Es ging wieder. Ich wusste halt nur nicht warum. Ende 2019 sagte ich dann zum Arzt, ob ich nicht mal da bleiben könnte. Damit mal vernünftig untersucht wird warum ich dauernd umkippe. Ich wurde dann stationär aufgenommen. Und untersucht. Mit MRT. 
Folge: Mir wurde gesagt, ich hätte ein Lipom, und Verschleiß im Rücken. 
Ich sagte, das ist aber nicht der Grund, warum ich umgekippt bin. Die Ärztin bestätigte dies. Aber woran es lag konnte nicht gesagt werden. 

Toll, also habe ich Silvester 2020 sinnlos im Krankenhaus gelegen. Denn das hätte ich mir auch sparen können. Anschließend, also Anfang 2020 kam ich vom Krankenhaus in die Kurzzeitpflege. Dort hatte ich noch ein lustiges Erlebnis, wenn man es so sagen kann. 

Eine Zimmernachbarin schräg gegenüber war wohl dement. Sie rief ständig nach den Pflegerinen mit "Hallo". Statt den Rufknopf zu betätigen. Einmal ging ich mit meinem Rollator auf den Flur um ein paar Schritte zu gehen. Ich wollte links rum gehe, hörte aber von rechts "Hallo". Ich sah zu der Frau. Mir war direkt klar wer das war. Sie saß im Rollstuhl. Und meinte ob ich ihr helfen könnte. Ich fragte was sie denn möchte. Sie meinte, sie will wieder nach Hause. Da mir klar war wer das war, zeigte ich auf ihr Zimmer und sagte, dort ist ihr Zimmer. Sie fragte wieder ob ich ihr helfen könnte. Sie wäre zu schwach den Rollstuhl selber zu fahren. Ich ging dann zu ihr hin, mit der rechten Hand schob ich den Rollstuhl, mit der linken Hand meinen Rollator. :-) 

Ich schob sie in ihr Zimmer, was mit Rollator dabei etwas umständlich war, aber es ging. Im Zimmer fragte ich sie ob sie ins Bett wollte. Sonst hätte ich sie dahin geschoben. Sie meinte sie müsste aber vorher auf Toilette. Sie hatte ja den WC-Stuhl im Zimmer stehen. Ich war etwas verwirrt und rollte beides so zurecht das sie vom Rollstuhl auf den WC-Stuhl konnte. Sie meinte sie müsste wohl ihre Hose ausziehen und ob ich ihr dabei helfen konnte. Ich sagte, ne das kann ich nicht. Da müssen wir ne Schwester rufen. Sie meinte wieso das denn? Ich sagte weil ich hier auch nur Patient bin wie sie auch. Ich bin kein Pfleger. Sie meinte das wäre doch egal und fummelte sich an der Hose rum um sie aufzumachen. Ich sagte ich ruf ihnen eine Schwester. Sie machte trotzdem weiter und ich machte irgendwas unten am Rollstuhl das sie aufstehen konnte. Ich glaube die Fußstützen hatte ich noch hoch geklappt. Während sie sich weiter an ihrer Hose zu schaffen machte. Dann kam eine Schwester rein. Denn ich hatte ja die Zimmertür nicht geschlossen. Die stand offen. Mir entglitt nur ein "GOTT SEI DANK! SIE SIND DA!" :-D Und bin sofort raus gegangen. 

Die Frau tat mir dann ziemlich leid, weil sie so dement ist. Aber das lässt sich wohl nicht mehr ändern. Irgendwann am nächste oder übernächsten Tag ging auf einmal der Feueralarm los. 2 Pfleger und Schwestern liefen direkt dahin wo das her kam. Mit wem kamen sie wieder? Die alte Frau im Rollstuhl. Sie hatte hinten einfach diesen Kasten umgeklappt um die Tür zum Treppenhaus aufzumachen. :-) Ich musste grinsen. :-) 

Ich hatte meine Zimmertür meist offen damit ich halt zwar in meinem Zimmer meine Ruhe hatte, aber doch die Bewegung und die Geräusche vom Flur hatte. Einmal kam eine Schwester und fragte, ob sie die Tür zumachen sollte. Ich sagte ne, könnte sie offen lassen. Sie meinte dann die Frau XXX war schon an anderen Zimmern auf dem Flur und hat einfach die Türen geöffnet bei den Leuten. Ich musste wieder grinsen. Ich sagte das macht nix. Die war schon bei mir an der Tür und ich hatte mit ihr geplaudert. Dann ist sie weiter gezogen. :-)

Also es ist für alte Leute sicher nicht alles rosig, aber sowas muss man dann nur mit Humor sehen. Es war eine interessante Zeit. :-)

Wieder zu Hause

Als ich Anfang Februar 2020 wieder zu Hause war, war ich erst mal froh wieder zu Hause zu sein. Ich richtete mich wieder so ein wie ich es brauchte. Aber nach 2 Wochen merkte ich wieder ein "Drücken" im Rücken. Ich dachte das kann doch wohl nicht wahr sein. Fängt der Mist wieder an. 

Da ich die Schnauze voll davon hatte, wieder umzukippen, setzte ich mich in den Rollstuhl. Denn den Hatte ich ja schon seit 2018 hier stehen. Und er dienste mir als "Mahnmal" weil ich da nie rein wollte. Ich ging also täglich mehrfach dort vorbei. Doch diesmal setzte ich mich da rein und seitdem bewege ich mich damit auch ständig durch die Wohnung. Weil zu der Zeit eh die Sache mit dem Corona anfing, hatte ich eh keinen Bedarf mehr raus zu gehen. Dazu kam eben auch, dass ich gar kein Verlangen hatte raus zu gehen, wegen meiner Depression. Also blöde ausgedrückt, kam mir Corona entgegen. 

Ich machte mir Gedanken was eigentlich los war. Und inzwischen ist mir halt klar, dass ein Problem eben auch dieser entzündete Nerv im Rücken ist. Ich esse jetzt auch mehr Fisch. Nicht weil ich das mag, sondern weil das enthaltene Omega 3 gegen Entzündungen wirkt. Dies werde ich nun auch intensivieren. Es ist sicher nicht die Lösung aller Probleme. Aber es hilft. 

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Ich hatte eigentlich vor hier über MS zu schreiben. Aber die Depression hat leider verhindert, dass hier so viel steht wie ich gelesen habe. Aber dies will ich jetzt langsam wieder ausweiten. Und dazu auch andere Dinge anschneiden. Ich bin kein Arzt. Aber ich trage hier die Sachen zusammen, die ich im Netz finde. Und dabei wird es dann nicht nur um MS gehen. Vieles überschneidet sich halt. Ich hoffe ich kann dir damit bewusst machen, wie wichtig es ist, gesund zu leben und sich gesund zu ernähren. Wäre mich das früher klar geworden, hätte ich mir vermutlich den ganzen Kram hier sparen können. Aber nun mache ich das Beste draus. 

Wie gehe ich mit der Depression um?

Wie oben erwähnt, wollte meine Betreuerin, das ich in die LVR Klinik gehe. Was ich abgelehnt habe. Denn ich wollte erstens nicht mit haufenweise Medikamenten vollgepumpt werden und zudem habe ich ein Problem damit einem Fremden, auch wenn es ein Arzt ist, mein Leben zu erzählen. Dann lebe ich lieber damit. Denn die Depression hat bei mir ja nicht die Auswirkung wie bei vielen anderen. Das sie ihrem Leben ein Ende setzen. So wie damals der Fußballspieler Robert Enke, der sich vor den Zug geworfen hat. 

Die Möglichkeit hätte ich auch. Ich wohne im 8. Stock. Ich bräuchte nur über die Balkonbrüstung klettern. Aber das ist nicht meine Absicht. 

Stattdessen habe ich mein Leben nach einem Zeitplan ausgerichtet. Wann ich aufstehe, wann ich esse, wann ich was im TV gucken will. Und andere Kleinigkeiten. Also mein Leben ist durchorganisiert. Und hilft mir gegen die Depression. Sicher ist sie nicht komplett weg. Antriebs- und Motivationslos bin ich trotzdem oft. Aber es ist besser als die Zeit vor meinem Komplettausfall. 

Ich denke wenn ich die richtige Partnerin an meiner Seite habe, dann werde ich die Depression auch komplett beheben können. Denn mir fehlt jemand, der an meiner Seite ist. Aber wer will schon einen Behinderten haben? :-) Also mal sehen wie sich das Leben noch entwickelt. 

Fazit

Ich bin Betriebswirt, habe früher Kampfsport gemacht, früher war ich Inhaber eines Fachgeschäfts für Heimtierbedarf, ich war Sachbearbeiter im Versand und habe Lkw und Container um die Welt geschickt, Ich war stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, ich war Versandleiter. Das alles spielt heute keine Rolle mehr. Ich bin in Frührente. So spielt das Leben. 

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